Ein Kartierungstool, das Fußgängern helfen soll, extremer Hitze auszuweichen, fand bei mehr als 95 Prozent von 1.000 simulierten Wegen in Brooklyn, New York, kühlere Routen. Das Tool namens CoCo: Heat Minimizer analysiert Straßentemperaturen, um Wege zu ermitteln, die die Hitzeexposition verringern.
Entwickelt wurde das Tool von Forschern der Cornell University, der City University of New York und der University of Washington. Es nutzt öffentlich zugängliche Satellitendaten, die es den Forschern zufolge ermöglichen, das Tool schnell und kostengünstig in einer neuen Stadt einzurichten.
Bei den Simulationen in Brooklyn lag die durchschnittliche Oberflächentemperatur auf den kühlsten Routen bei 27,6 °C, verglichen mit 29,9 °C auf den kürzesten Routen. Die Forscher wiesen darauf hin, dass der Komfort von Fußgängern von Faktoren wie Oberflächenhitze, Schatten, Wind und Luftfeuchtigkeit abhängt. Schattige, von Bäumen gesäumte Straßen könnten mehrere Grad angenehmer sein als ungeschützte Straßen.
CoCo hat die Hitzeexposition entlang von Fußwegen zu 581 Schulen in Brooklyn kartiert und ist für fünf Städte konfiguriert, darunter New York, Los Angeles und Dubai. Mögliche Pilotprojekte werden derzeit erörtert. Stadtplaner könnten die Daten zur Hitze auf Straßenebene nutzen, um besonders heiße Korridore zu identifizieren und zu prüfen, wo Baumpflanzungen, Schattenspender oder kühlende Straßenbeläge am sinnvollsten wären.
CoCo ist eine von 100 Innovationen, die für die Ausstellung Dubai Future Solutions–Prototypes for Humanity ausgewählt wurden, die für den 18. bis 21. November geplant ist.
Ein zweites ausgewähltes Projekt, Greenery Scanner, nutzt an Fahrzeugen montierte multispektrale Sensoren, um Anzeichen von Stress bei Stadtbäumen zu erkennen. Das am MIT entwickelte System wurde in Boston, Cambridge und Rom getestet. Die Forscher untersuchten 84 Bäume und verglichen die Ergebnisse des Systems mit Begutachtungen durch zugelassene Baumpfleger und Drohnenaufnahmen.
Die an Fahrzeugen montierten Sensoren können die unteren und seitlichen Bereiche der Baumkronen erfassen, in denen frühe Anzeichen von Stress für Satelliten oder Drohnen möglicherweise weniger sichtbar sind. Die Kombination von Daten aus Fahrzeugen und Drohnen verringerte die Zahl falscher Alarme. Das deutet darauf hin, dass die Verfahren herkömmliche Inspektionen ergänzen könnten.
Die Hardware für Greenery Scanner kostet weniger als 1.000 US-Dollar pro Gerät. Die Entwickler erklären, die Ausrüstung könne an Fahrzeugen angebracht werden, die ohnehin in Städten unterwegs sind, etwa an Wartungsfahrzeugen, Lieferwagen oder Taxis. So wäre eine wiederholte Überwachung des Straßennetzes möglich, ohne eigens Inspektionsfahrten oder Drohnenflüge durchführen zu müssen.
Die beiden Projekte wurden aus Tausenden Bewerbungen ausgewählt, an denen mehr als 1.000 Universitäten weltweit beteiligt waren. Das Programm in Dubai bringt akademische Forscher mit Regierungen, Investoren und Industriepartnern zusammen, um die Entwicklung praxisnaher Anwendungen zu unterstützen.
Quellen: Cities Today.